Studyvisit ECVET 2008

Im Mai 2008 wurde im Rahmen des EU-Programms Lebenlanges Lernen (www.lebenslanges-lernen.eu) ein Studyvisit Seminar zum Thema ECVET an den Beruflichen Schulen Rendsburg durchgeführt. Das Thema hieß „Möglichkeiten der Mobilität in der europäischen Berufsausbildung. Welche Chancen bietet das European Credit System for Vocational Education and Training (ECVET)?“ Die Teilnehmer kamen aus Frankreich, Italien, Ungarn, Dänemark, Finnland und Großbritannien.
  ecvet2008
Während der Seminarwoche wurden folgende Themen bearbeitet:
  • Mobilität auf einem europäischem Arbeitsmarkt,
  • der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) und
  • European Credit System for Vocational Education and Training (ECVET).

In Arbeitsgruppen wurde versucht, Rahmenbedingungen für die Implementierung von EQR und ECVET in die berufliche Bildung zu definieren und es wurden ausgiebig die dabei entstehenden Probleme analysiert.
Es ergaben sich unter anderem folgende Ergebnisse:

  • Berufliche Mobilität, der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR/EQF) und ECVET sind voneinander stark abhängig und können einzeln sehr schwierig betrachtet werden.
  • Hauptzielgruppe von ECVET kann nicht die berufliche Erstausbildung (nur bei Mobilitäten ) sein, sondern das Lebenslange Lernen (further education market)
  • Es wurde festgestellt, dass vor allem die Mobilität von Berufen im EQR-Bereich von Level 3 bis 6 gefördert werden muss, da hier sehr wenige Mobilitäten durchgeführt werden. Die meisten Mobilitäten erfolgen im Bereich von Level 6-8.
  • Deutschland muss in der beruflichen Erstausbildung die vermittelten Unterrichtsinhalte nach skills, competences and knowledge beurteilen, Punkte zuordnen und zertifizieren. Hierfür müssen die Betriebe und die Kammern sehr schnell in EU-Projekte mit einbezogen werden!
  • Einige Kompetenzen eines Lernfeldes können EQF-Level 2 sein, andere können Level 4 haben. Hier muss klar werden welchen Level das gesamte Lernfeld hat. Z.B: wie in GB: mind 60% der Units müssen dann Level 3 sein.
  • Die Schulen müssen mehr Freiräume bei den Inhalten der Lernfelder bekommen (siehe FI, NL). Nur so können auch Inhalte an örtliche Gegebenheiten und für einen Schüleraustausch angepasst werden. Die Schulen müssten auch mehr zertifizieren dürfen, weniger Bürokratie wäre angebracht, ansonsten wird das System zu kompliziert.
  • Es muss nicht nur formelles Lernen, sondern auch informelles Lernen zertifiziert werden (NL, FI).
  • Es müssen europäische Netzwerke für Mobilitäten aufgebaut werden, und zwar mit Betrieben, Schulen und Kammern (DE), um so die Qualifikationen zertifizieren zu können.
  • Es ist nicht möglich alle skills, competences, knowledge von allen Berufen europaweit zu vergleichen und einzuordnen. Die Lehrplaninhalte verändern sich alle paar Jahre und es muss dann immer neu überprüft werden.
  • Es muss ein System gefunden werden, das so einfach ist wie die Zeitkreditpunkte vom ECTS, aber auf Qualifikationen bezogen ist.
  • Man sollte Mindeststandards von beruflichen Qualifikationen für die einzelnen Berufe auf dem europäischen Arbeitsmarkt einführen, so dass gewisse berufliche Qualifikationen europaweit gesichert sind.

Der praktische Teil des Seminars bestand aus Diskussionen mit den Betrieben Hobby und Flensburger Pilsener und der Kreishandwerkerschaft Schleswig (www.grenzenlose-berufsausbildung.eu). In den Gesprächen wurde deutlich, dass eine gemeinsame Arbeit an EQR/ECVET sehr wichtig ist und so auch mittelständische Betriebe ihre Bedenken in die Entwicklung eines europäischen Arbeitsmarktes mit einbringen können.

In einem Leonardo-Pilotprojekt möchte die Arbeitsgruppe nun weiter an der Implementierung von ECVET in die berufliche Bildung arbeiten. Für Rückfragen zu dem Thema und Seminarergebnisse wenden Sie sich bitte über das Mailformular an das BBZ am Nord-OStsee-Kanal.

Offizieller Ausschreibungstext der Europäischen Kommsision:

Möglichkeiten der Mobilität in der europäischen Berufsausbildung. Welche Chancen bietet das European Credit System for Vocational Education and Training (ECVET)?

Possibilities of the mobility in the European vocational education and training. Which chances offers the European Credit system for Vocational Education and training (ECVET)?

"This study visit will take place in Rendsburg/Schleswig-Holstein situated in the North of Germany between the North Sea and the Baltic Sea. The study visit wants to explore the role and the significance of mobility in initial vocational education and training and follow up the question in which way mobility and the new European Credit System for Vocational Education and Training (ECVET) can prepare trainees for the European labour market.

After a short presentation of the systems of vocational education and training in the countries taking part in the study visit the participants will be expected to search for approaches towards a common European Qualification Framework (EQF) on the basis of their various National Qualification Frameworks (NQF). For this purpose they will be asked to select aspects of their national systems of vocational education and training, submit them to the study visit group for discussion and jointly develop elements for an ECVET.

In the course of the study visit participants will have the opportunity to visit a number of companies offering training places and active on a European scale, e.g. “Hobby Caravans & Campers” and “Peter Wolters AG”, a tool manufacturer of international renown. They will be visiting, moreover, the “Landtag Schleswig-Holstein”, the regional legislature, the coastal area of the Baltic Sea as well as the cities of Kiel and Flensburg."