Pilotprojekt MUM

Im Projekt der Partnerschaft wurde eine mehrsprachige Unterrichtssoftware zur Montagetechnik entwickelt, die das selbständige Lernen von Schülern in der beruflichen Erstausbildung unterstützt. Das Projekt wurde in der Zeit von 1996 bis 2000 durchgeführt.
Die Partner in Italien und Schweden haben so wie wir einen Bedarf an einer Lehrplanvereinheitlichung. Ein geeignetes Medienangebot für den Bereich der Montagetechnik besteht in diesen Ländern nicht.
Als weitere Partner für das Projekt konnte die SCHLESWIG AG gewonnen werden, da das Lernsystem auch in der praktischen Ausbildung angewendet werden soll. Das Institut für Berufsbildung der Universität Hannover analysierte unterschiedliche Lernsoftware für die berufliche Bildung. Die technische Umsetzung des Produktes übernahm die Firma Technik und Medien (Berlin). Für das europäische Projekt wurde auf die Konzeption der LECTOR-Software und die Erfahrung von Technik und Medien bei der Realisierung von Lernprogrammen zurückgegriffen. Zwei Jahre nach Beendung des Projektes hatte das Produkt Marktreife erlangt und steht nun Schulen und Betrieben zur Verfügung.

 

Hintergrund des Projektes

Im Verlauf der wissenschaftlichen Begleitung des BLK-Modellversuches LERN-Zentrum (vgl. Herbert Tilch, Wolfgang Biel (Hg.): Selbstgesteuertes Lernen in der beruflichen Bildung, Bremen 1998) an den Beruflichen Schulen Rendsburg stellte sich heraus, dass es einen großen Qualifikationsbedarf für das selbstgesteuerte, lebenslange Lernen gibt; in vielen Bereichen aber geeignete Medien fehlen.

Ein ähnliches Bild zeigte sich auch in Gesprächen, die wir im Verlauf von SOKRATES - Austauschmaßnahmen mit Kollegen aus England, Dänemark und Schweden geführt haben.

Das Projekt reagiert auf die festgestellten Bedürfnisse, indem an einem Teilbereich des Lehr- und Ausbildungsplans der beteiligten Schulen und Betriebe eine Vereinheitlichung von Zielen und Inhalten erfolgt. Ausgehend von dieser Basis wird ein Lernmedium entwickelt, mit dessen Hilfe die Auszubildenden, Studenten, jungen Facharbeiter und Techniker zu Methoden des selbstgesteuerten Lernens sowohl in der betrieblichen als auch in der schulischen Situation geführt werden.

Die Partnerschulen in England, Dänemark und Schweden haben so wie wir einen Bedarf an einer Lehrplanvereinheitlichung. Ein geeignetes Medienangebot für den Bereich der Montagetechnik besteht in diesen Ländern nicht.

Die SCHLESWAG AG ermöglicht die Einbindung der praktischen Ausbildung unter den besonderen Bedingungen des Dualen Systems der Berufsbildung. Wie unsere Präsentation auf der Interschul im Frühjahr 1998 zeigte, besteht auch bei den Betrieben ein Bedarf an methodischen Konzepten und geeigneten Lernprogrammen bzw. Informationssystemen, da hier Aus- und Weiterbildung zunehmend in Form von werkstattnahen Lerninseln organisiert ist.

Das Institut für Berufsbildung der Universität Hannover beschäftigt sich schon länger mit der Analyse von Lernsoftware. Die hier gemachten Erfahrungen werden bei Konzeption, Erstellung und Evaluation der Lernsoftware genutzt.

Die Firma Technik und Medien GmbH hat mit ihrer LECTOR-Reihe eine neue Generation von Lernsoftware vorgelegt. Für das hier beschriebene Projekt wird auf die Konzeption der LECTOR-Software und die Erfahrung von Technik und Medien bei der Realisierung des Lernprogramms zurückgegriffen.

Die Inhalte

Montagetechnik ist in ganz Europa ein Basisthema der metalltechnischen Berufsausbildungen. Erfolgreich montieren kann nur, wer die theoretischen Grundlagen verstanden hat und viele praktische Montagehinweise beachtet. Das nötige Sachwissen verständlich zu vermitteln, die Praxis der Montage anschaulich zu machen und Möglichkeiten zum Üben zu schaffen, sind daher die Ziele für die Entwicklung dieser mehrsprachigen Unterrichtssoftware zur Montagetechnik.


Als multimediales Lernprogramm mit Datenbankteil vereint MUM die Qualitäten von Fachbüchern, Lehrvideos, Aufgabenpools und Tabellenwerken in sich. Vier Programmbereiche geben dem Anwender Gelegenheit zum Lernen, Testen, Üben und Nachschlagen.

 

Lernen

Der Bereich Fachkunde vermittelt in kurzen Lektionen mit prägnanten Erläuterungen, anschaulichen Bildern, Animationen und Videos das Fachwissen zur Montagetechnik. Die Gliederung dieses Teils folgt der Fachsystematik und enthält je ein Kapitel zu den mathematischen und physikalischen Grundlagen der Montagetechnik, zum Fügen, zur Energieübertragung und zu Stütz- und Trageinheiten. Die Autoren haben sich dabei bemüht nebenden theoretischen Fachkenntnissen aus dem Berufsschulunterricht auch Montagevorschriften der Hersteller von Normteilen und das Berufswissen von Praktikern einfließen zu lassen.

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Abb.1 Startbildschirm des Programms

Testen

Mit attraktiv gestalteten Fragen und Aufgaben soll der Wissenstest beim selbständigen Lernen sowohl als Diagnose des Kenntnisstandes als auch für die Überprüfung des bereits Gelernten dienen. Der Test folgt der Gliederung des Teils "Lernen" der Software.

Üben

In der Anwendung ist die Arbeitsplanung für eine Getriebe-Reparatur Thema einer umfangreichen praktischen Übung. Ausgehend von einem Schadensfall soll der Benutzer Schritt für Schritt einen Arbeitsplan zur Behebung des Schadens erarbeiten. Dabei wird er bei richtigem Vorgehen durch Videosequenzen, die den erfolgreich durchgeführten Arbeitsgang zeigen, bestätigt. Schlägt er einen fehlerhaften Arbeitsschritt vor, kann er zusätzliche Informationen aus dem Teil Fachkunde des Programmes erhalten, die ihn befähigen, bei der Lösung der Montageaufgabe die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Nachschlagen

Bei der Bearbeitung von Übungsaufgaben und im Arbeitsalltag bietet die Datenbank Detailwissen, Tabellen und Formulare zum schnellen Nachschlagen und Berechnen.

MUM kann zum Lernen im Berufsschulunterricht und im Grundstudium ebenso eingesetzt werden wie zum Nachschlagen in der Ausbildungswerkstatt oder am Arbeitsplatz.


Zusammenfassend hoffen die Autoren mit der Unterrichtssoftware ein Medium auf den Markt zu bringen, mit dem sich die angehenden Facharbeiter, Techniker und Ingenieure in mehreren Ländern der Europäischen Union ein fundiertes Fachwissen selbständig aneignen können. Die vorhandene Praxisnähe läßt eine direkte Anwendung in Werkstätten zu.

Projektverlauf

In der ersten Phase des Projektes wurde innerhalb der Partnerschaft ermittelt, welche Inhalte eines multimedialen Lernprogrammes zur Montagetechnik für das Berufsfeld II mit Schwerpunkt auf die industriellen Berufe gewünscht wurden. Die Partner lieferten dazu grobe Vorstellungen.

Während des ersten Projekttreffens am 17. und 18. März 1997 in Rendsburg kamen die beteiligten Schulen überein, jeweils einen Fragenkatalog zur Montagetechnik zu erstellen, der mit Hilfe des Informationssystems der CD-ROM zu beantworten ist.

Dieser Fragenkatalog wurde unter Leitung einer Arbeitsgruppe, bestehend aus den deutschen Partnern zu einem Inhaltsverzeichnis für das Informationssystem umgesetzt. Die inhaltliche Struktur lieferte die Grundlage für das Pflichtenheft, das von Technik und Medien erstellt wurde.

In enger Zusammenarbeit der Universität Hannover, Technik und Medien und den Beruflichen Schulen Rendsburg wurde das erweiterte Inhaltsverzeichnis und das Drehbuch für den Informationsteil entwickelt. Die wesentlichen Entscheidungen wurden während eines Treffens in Hannover am 13. Juni 1997 gefällt. Entsprechend der Planung waren die ausländischen Partner an der detaillierten Drehbucherstellung und Medienauswahl nicht beteiligt.

Der Zeitplan mußte mehrfach modifiziert werden, da sowohl die Abstimmung mit den ausländischen Partner zur Festlegung der Inhalte, als auch die Abstimmung zwischen den deutschen Partnern bei der Erstellung des Drehbuches mehr Zeit erforderte als ursprünglich geplant.

Die fremdsprachliche Umsetzung der Texte des Informationssystems erfolgte Zug um Zug nach der Programmierung der Drehbuchseiten - programmtechnische Umsetzung. Die Vorgehensweise bei der Übersetzung wurde in der Partnerschaft beim Projekttreffen in Berlin am 23./24. 3. 1998 ausführlich diskutiert. Die Partner sind noch mit der Übersetzung befaßt, so daß derzeit nur einige Teile des fremdsprachigen Informationssystems vorliegen.

Bildschirmdesign

Neben der Erarbeitung und Abstimmung der Inhalte kam in der ersten Projektphase der Entwicklung des Bildschirmdesigns eine große Bedeutung zu.

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Abb.2 Bildschirmlayout Teil Fachkunde, Kapitel Fügen Seite Fügeverfahren

Der Bildschirm des Programms enthält in der Titelleiste die Verbindung zu den einzelnen Kapiteln des Programmteils und die Überschrift der jeweiligen Seite des Programms. Die Seiten der Kapitel geben einen Überblick über das jeweilige Thema. Sie verfügen über Vertiefungen, die weitergehende Informationen zulassen. Die Vertiefungen sind links unten auf jeder Seite in einem eigenen Kasten aufgelistet. Die farbigen Knöpfe am rechten Bildschirmrand ermöglichen die Navigation von Seite zu Seite. Dabei werden die bereits besuchten Seiten hellgrau gekennzeichnet, die aktuelle Seite ist farbig markiert.

Die Schaltknöpfe am unteren Bildschirmrand lassen das Blättern von Seite zu Seite, Rücksprünge auf den Inhalt des Teils Fachkunde, Rücksprung zum Hauptmenü bzw. zur vorherigen Seite zu. Mit Extras erreicht man die History- und die Druckfunktion sowie die Datenbank. Notiz stellt die Möglichkeit bereit, zu jeder Seite Anmerkungen zu notieren. Projektverlauf
In der ersten Phase des Pojektes wurde innerhalb der Partnerschaft ermittelt, welche Inhalte eines multimedialen Lernprogrammes zur Montagetechnik für das Berufsfeld II mit Schwerpunkt auf die industriellen Berufe gewünscht wurden. Die Partner lieferten dazu grobe Vorstellungen.

Während des ersten Projekttreffens am 17. und 18. März 1997 in Rendsburg kamen die beteiligten Schulen überein, jeweils einen Fragenkatalog zur Montagetechnik zu erstellen, der mit Hilfe des Informationssystems der CD-ROM zu beantworten ist.

Dieser Fragenkatalog wurde unter Leitung einer Arbeitsgruppe, bestehend aus den deutschen Partnern zu einem Inhaltsverzeichnis für das Informationssystem umgesetzt. Die inhaltliche Struktur lieferte die Grundlage für das Pflichtenheft, das von Technik und Medien erstellt wurde.

In enger Zusammenarbeit der Universität Hannover, Technik und Medien und den Beruflichen Schulen Rendsburg wurde das erweiterte Inhaltsverzeichnis und das Drehbuch für den Informationsteil entwickelt. Die wesentlichen Entscheidungen wurden während eines Treffens in Hannover am 13. Juni 1997 gefällt. Entsprechend der Planung waren die ausländischen Partner an der detaillierten Drehbucherstellung und Medienauswahl nicht beteiligt.

Der Zeitplan musste mehrfach modifiziert werden, da sowohl die Abstimmung mit den ausländischen Partner zur Festlegung der Inhalte, als auch die Abstimmung zwischen den deutschen Partnern bei der Erstellung des Drehbuches mehr Zeit erforderte als ursprünglich geplant.

Die fremdsprachliche Umsetzung der Texte des Informationssystems erfolgte Zug um Zug nach der Programmierung der Drehbuchseiten - programmtechnische Umsetzung. Die Vorgehensweise bei der Übersetzung wurde in der Partnerschaft beim Projekttreffen in Berlin am 23./24. 3. 1998 ausführlich diskutiert. Die Partner sind noch mit der Übersetzung befasst, so dass derzeit nur einige Teile des fremdsprachigen Informationssystems vorliegen.

Bildschirmdesign

Neben der Erarbeitung und Abstimmung der Inhalte kam in der ersten Projektphase der Entwicklung des Bildschirmdesigns eine große Bedeutung zu.

Der Bildschirm des Programms enthält in der Titelleiste die Verbindung zu den einzelnen Kapiteln des Programmteils und die Überschrift der jeweiligen Seite des Programms. Die Seiten der Kapitel geben einen Überblick über das jeweilige Thema. Sie verfügen über Vertiefungen, die weitergehende Informationen zulassen. Die Vertiefungen sind links unten auf jeder Seite in einem eigenen Kasten aufgelistet. Die farbigen Knöpfe am rechten Bildschirmrand ermöglichen die Navigation von Seite zu Seite. Dabei werden die bereits besuchten Seiten hellgrau gekennzeichnet, die aktuelle Seite ist farbig markiert.

Die Schaltknöpfe am unteren Bildschirmrand lassen das Blättern von Seite zu Seite, Rücksprünge auf den Inhalt des Teils Fachkunde, Rücksprung zum Hauptmenü bzw. zur vorherigen Seite zu. Mit Extras erreicht man die History- und die Druckfunktion sowie die Datenbank. Notiz stellt die Möglichkeit bereit, zu jeder Seite Anmerkungen zu notieren.

Verbreitung

Die Beruflichen Schulen Rendsburg - Gewerbe, Technik, Landwirtschaft - und die Technik und Medien GmbH haben im Verlauf des Pilotprojektes mehrfach an Messen und Ausstellungen teilgenommen um das Projekt vorzustellen. Während der INTERSCHUL 1998 vom 16. bis zum 20. Februar 1998 präsentierten wir das Projekt und eine erste DEMO-Version der Software auf dem Stand des BIBB.

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Am 3. und 4. Dezember 1998 organisierte die Kommission der EU in Brüssel die Ausstellung Training 2000. Auch hier konnten wir das Projekt vorstellen und einen Workshop gestalten. Erstmals zeigten wir Teile der schwedischen Version der mehrsprachigen Unterrichtssoftware zur Montagetechnik. Wir hatten viele Kontakte zu anderen Pilotprojekten und viele Anfragen zur Zusammenarbeit.


Vom 4. bis zum 5. März 1999 präsentierten wir das Projekt auf der INTERSCHUL/DIDAKTA in Stuttgart auf dem Stand der Kommission der EU. Das Projekt nahm mit einer Präsentation an der Konferenz "Multimedia in der Beruflichen Aus- und Weiterbildung" des BMBF am 1. und 2. Juni 1999 in München teil. Wolfgang Biel und Per Ryden stellten die Arbeit der Partnerschaft vor.

Abschlusstagung

Die Abschlusstagung des Projektes fand am 20. und 21. Januar 2000 in Rendsburg statt. Im Verlauf der Tagung hat die Partnerschaft den Abschlussbericht für das Projekt vorbereitet. Anschließend wurde das Pilotprojekt Projekt der interessierten Öffentlichkeit sowie Kollegen aus dem Lande vorgestellt. Die Presse hat über die Präsentation berichtet.

Hier einige Eindrücke:

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Herbert Tilch, Antonio Saitta
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Jürgen Mumm, Jutta und Roland Weißenborn, Wolfgang Biel, Hans Kathmann
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Peter Hinrichsen erläutert die Ergebnisse der Evaluation
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Per Rydén, Antonio Saitta und Wolfgang Biel mit dem Projektträger "Getriebe" im Lernzentrum der Berufsschule